Grigori Galitsin studierte
klassische Malerei an der Kunstakademie in St. Petersburg. Seine erste eigene Kamera erhielt Galitsin von seinem Großvater, es
war eines der ersten Leica-Modelle, die dieser von der deutschen Armee
1947 gekauft hatte. Von der akademischen Malerei wandte er sich bald ab,
während sein Interesse an der Fotografie zunahm.
Die Öffnung Russlands zum Westen mit der Perestroika Anfang der 1990er
Jahre ermöglichten es Galitsin, mit seiner Fotografie völlig neue Wege zu
gehen. Entscheidend war auch die rasch fortschreitende Entwicklung des
Internet, und so wurden 1996 seine einfühlsamen Porträts
russischer Mädchen zum ersten Mal einem weltweiten Publikum präsentiert.
»Der Erfolg war überwältigend. Sein fotografischer Stil ist keine
Kopie westlicher Vorbilder, sondern Ergebnis seiner kreativen,
eigenwilligen Auseinandersetzung mit einem der beliebtesten Themen der
Kunst: der Darstellung des weiblichen Körpers«
(Verlagsinformation).
Galtisin
veröffentlichte bei namhaften Projekten wie
Domai und
Met-Art; in der
Anfangszeit kooperierte er auch mit dem norwegischen Fotografen
Petter Hegre, der bereits
eigene Auftritte im Web betrieb. Es entstanden unter Hegres Federführung
die vier so genannten »Archive«-Projekte: Petter Hegres Website
Hegre-Archives, Galitsins Auftritt Galitsin-Archives sowie
Angel-Archives und Pleasure-Archives mit zwei weiteren
Fotografen. In allen vier Fällen handelte es sich um kommerzielle
Projekte, die sich über ein Abonnenten-Modell finanzierten; als
Abrechnungsdienst (»billing processor«) wurde der
US-amerikanische Anbieter CCBill eingesetzt.
2003 trennten sich die Wege der ehemaligen Kollegen; Hegre gründete
einen eigenen Abrechnungsdienst während Galitsin – nun vollständig in eigener
Regie – die Website Galitsin-News startete, auf der er bis Ende 2006
über 100.000 Fotografien und Digitalvideos veröffentlichte. Auf Initiative von Galitsin
startete im Juli 2006
Nud-Art, das vor allem jüngeren russischen Fotografen als Plattform
dienen sollte. Auch diese beiden Projekte waren primär gewinnorientiert
ausgerichtet und, wie man gerüchteweise erfährt, wohl recht erfolgreich.
2005 erschien bei der Edition
Reuss der Bildband
Galitin's Angels – From Russia with Love.
»Obwohl
die Modelle Galitsins alle schon volljährig sind, findet man hier noch
die spielerische Unschuld und bezaubernde Natürlichkeit junger,
nymphenhafter Mädchen wieder. Im fernen Russland scheint sie sich zu
unserer Freude noch ganz ohne Tatoo und Piercings erhalten zu haben.«
(Verlagsinformation).
Der Bildband wurde von den Lesern sehr positiv aufgenommen;
Leserrezensionen bei Amazon.de lobten den Band als »Meisterwerk«,
hielten die Bilder für »nicht vulgär« und vergaben eine
hohe Bewertung (
).
Ebenfalls 2005 erschien eine gleichnamige englischsprachige Ausgabe bei
Gazelle Drake Publishing.
Ende 2006 verschwand Galitsin News ohne Mitteilung aus dem
World Wide Web; nach bisher unbestätigten Gerüchten soll Galitsin
mit dem Vorwurf der Produktion und Verbreitung in Russland illegaler
Pornografie konfrontiert worden sein. Unterstellt wird Galitsin auch die
Herstellung von so genannter »Kinderpornografie«. Der deutsche Verleger
des Bildbandes Galitin's Angels, der im Klappentext des Buches
noch die Volljährigkeit der dort abgebildeten Modell betont hatte, war
zu einer Stellungnahme nicht bereit.